Home arrow Behind The Scenes arrow Reviews arrow Quidam 2.1 Studio  

Behind the Scenes

Reviews
Berichte
Interviews
Quidam 2.1 Studio PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 13. Mai 2008
Beitragsinhalt
Quidam 2.1 Studio
Seite 2
Seite 3
Seite 4
Seite 5
Seite 6
Seite 7
Seite 8


Advanced Editing
Hier kann man ein vorhandenes oder importiertes Mesh mit einem neuen Skelett oder Teilen davon verbinden (sog. Skinning). Der Vorgang nennt sich "Advanced Editing", siehe auch Bild unten. Es stehen einige unterschiedliche vordefinierte Skelette zur Verfügung, die sich z.B. in ihrem Detailgrad unterscheiden. Man kann aber auch Skelette im BHV oder QDM Format importieren.
Wenn man dies auf eine vorhandene Figur anwendet, so hebt man damit gleichzeitig die Möglichkeit auf, den Charakter in einigen der anderen Module zu verändern (gilt nur für Quidam Figuren). Eine Warnmeldung weist vorher darauf hin und ermöglicht das Zwischenspeichern im Quidam-eigenen QDM-Format, überdies zeigt das Programm diesen Modus deutlich durch zwei blaue Balken an (siehe Bild). Wenn man hier nicht genau weiß, was man tut, ist Vorsicht geboten. U.U. zerstört man sich sogar eine der Poolfiguren.

(Advanced Editing: in der Palette werden verschiedene, fertige Skelett-Typen angezeigt, das ausgewählte dabei vergrößert. In Listenform darunter: die Knochen des Skeletts. Oben und unten im Bild: die blauen Balken des AE-Modus)

Hier der Vorgang, wie man eine eigene Figur skinnt:
- OBJ-File importieren, Texturen zuweisen wenn man möchte. Ist die Figur symmetrisch, kann man dies beim Import schon zuweisen und später in Quidam darauf zurückgreifen, was auch beim Skinnen schon sehr praktisch ist.
- Skelett das am besten zur Figur passt auswählen
- "Fit" passt das Skelett so gut es geht automatisch an
- Nun per Finetuning die Bones und Gelenke platzieren
- Zurück ins Weightpainting, "Autoskin" wählen
- Mit den Painting Tools die Feinabstimmung des Skinnings durchführen
Fertig.

Klingt sehr einfach, ist es auch. Größtenteils. Was nicht so einfach ist und auch Zeit braucht, ist das Skinnen selbst: die Bones richtig setzen und weighten.


(Skinning im Eigenbau: international bekannte Pose "Opernsängerin". Oder doch "Liebling ich bin schwanger", oder schlicht Harndrang..?)

Hier ein Beispiel mit Meg III aus Cinema sowie einem Kleid und Haaren aus dem Pro Pack von Quidam, die vorher exportiert und dann als Prop re-importiert wurden. Zeit: ca. 2h, wobei ich aus Testgründen den Vorgang 3x gemacht habe.

Quidam arbeitet übrigens nicht mit Beschränkungen an den Bones. Diese sollen zwar später noch frei schaltbar hinzukommen. Ein frei bewegliches FK System finde ich allerdings sehr nützlich. Genauso uneingeschränkt wird dann auch das Skelett exportiert.



5. Texture Studio - 3D Painting


(Die Material-Palette)

Im Texture Studio werden die Materialien der Parts und Props verwaltet, sprich: zugewiesen, so nicht vorhanden als Color- und Bump-Textur geladen und als Farbe oder Background-Texture direkt auf die Figur gemalt. Gerade Letzteres bietet gute Möglichkeiten, Figuren, die man schon im Sculpting Studio nach Fotos modelliert hat, hier mit den gleichen Fotos zu texturieren. So kommt man ziemlich schnell zu konkreten Figuren oder auch einfach neuen Texturen. Quidam verarbeitet grundsätzlich nur JPG und TGA als Bildformate. TGA ermöglicht den Einsatz von Alphamasken, die als Transparenz in Quidam zum Tragen kommen.
Das Parameter Panel der Materialien bietet zunächst die üblichen Materialeinstellung wie Ambient, Diffuse, Specular (Farbe und Intensität), aber auch eine ladbare Reflektionmap für das jeweilige Part. So können glänzende Partien wie seidiges Haar oder die Augen mit mehr Tiefe versehen werden. In dieser Palette können für das Rendern im Quidams Raytracing Modus als "Advanced Options" auch Feineinstellung wie die Glanzkurve (Specular Eccentricity und -Filter) sowie Refraction und (echte) Reflection eingestellt werden (siehe auch 6. Render Studio).

Für Quidam-Figuren steht darüber hinaus noch jeweils eine weite Palette an farblich und formlich unterschiedlichen Einstellungsmöglichkeiten je nach Figur für Haut und Poren, Sommersprossen, Falten, Lippen, Augenbrauen, Haare usw. zur Verfügung (siehe untere Hälfte der Palette). Der Variationsreichtum wächst damit um ein weiteres gutes Stück.

3D-Painting
Wechselt man in den 3D-Painting Modus, kann man in die 4 Channel Color, Transparency, Bump und Normal malen, direkt auf der Figur. Als Ergebnis sieht man in dem Moment leider nur den jeweiligen Channel. Das Gesamtbild wird aber sichtbar, sobald man den Modus verlässt.
Da Quidam standardmäßig mit Normal Maps arbeitet und diese auch beim Export mit ausgibt, ist es etwas verwunderlich, dass der Bump Channel überhaupt mit angegeben wird. Denn intern wird ein Stroke im Bumpchannel ebenfalls sofort auch auf die Normal Map übertragen. Allerdings kann man den Normal Map Effekt auch erst sehen, nachdem man den Paint Modus verlassen hat, das Relief sofort. Importierte Bumpmaps werden übrigens intern direkt umgewandelt, Normal Maps sind auch direkt ladbar. N-Sided bietet zudem ein in Quidam integrierbares, kostenloses Tool zum Umwandeln von Höhenmaps in Normal Maps.

Als selbst einstellbarer Pinsel und -Form (RGB- und s/w Masken-Bild) kann dabei nahezu jedes JPG oder TGA bis zu 1024px Größe geladen werden, die man entweder direkt lädt oder vorher im entsprechenden Quidam Ordner abgelegt hat. Die Farbanteile können dabei noch mit einer festen Farbe überlagert werden. Malen kann man neben dem normalen (Farb-) Auftrag in aus Bitmap-Programmen bekannten Modi wie Overlay, Add und Substract, Multiply und Replace. Quidam hat dabei schon knapp 100 Pinsel und Masken mitgeliefert. Die gesamte Anzahl der Pinsel sollte dabei 170 nicht überschreiten. Damit sind auch Muster wie Schlangehaut oder Strukturen wie Narben oder grobporige Haut schnell gemalt.
Wo "malen" gesagt wird, stehen neben dem beschriebenen Pinsel noch 4 weitere Werkzeuge zur Verfügung. Das sind neben dem Radiergummi (auch: Rückseite beim Wacom-Stift) ein Clone, ein Stempel und ein Füll-Werkzeug, sowie der schon mehrfach angesprochene Background-Projektionsmodus.
Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe von "Advanced Options" zum Painten, mit denen UV-symmetrisch oder regelmässig gemalt, Farbe verschmiert, interpoliert, gestreut und weichgezeichnet, UV Kanten umgangen und durch das Modell hindurch bemalt werden kann.

Die Beispiele dazu fallen bisher etwas mager aus: leider kam es während meiner vielstündigen Tests auf mehreren Rechnern immer wieder zu Abstürzen, was bei dem vielversprechenden und bis hierher sehr schnell und einfach zu bedienenden Programm sehr schade ist, denn das Arbeiten mit Quidam ist wirklich eine Wucht.
Bisher konnte noch nicht geklärt werden, wo genau die Problematik dabei liegt, denn meine Abstürze scheinen in dieser Art bisher einzigartig zu sein. Ich halte die geneigte Leserschaft jedoch auf dem Laufenden, sobald ich Neueres darüber erfahre.




 
© 2000 - 2007 3D-worXX. Alle Rechte vorbehalten.