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Dienstag, den 12. Februar 2008 um 22:56 Uhr |
Mit Autodesk 3ds max 2008 ist derzeit die neueste Version des 3D-Programms auf dem Markt. Wir haben uns angeschaut, was an Neuigkeiten und Verbesserungen in die aktuelle Ausgabe geflossen ist und wie sich diese auf die Arbeit mit 3ds max auswirken.
Eine wirklich nette Kleinigkeit überrascht einen, wenn man die DVD-Box öffnet. Neben den 2 DVDs, einigen Werbeblättchen und einer Testversion von Archvision Populate findet man da etwas zum Falten. Stellt man sich nicht nur beim virtuellen Basteln, sondern auch beim Basteln mit Papier und Kleber geschickt an, erhält man einen Würfel aus Pappe, auf den die häufigsten Tastenkombinationen aufgedruckt sind. Nicht wirklich nötig, aber sehr nett anzuschauen.
 Auf den beiden DVDs finden sich sowohl eine 32bit- als auch eine 64bit-Version, die auch unter Windows Vista mit DirectX 10 laufen.
Die auffälligste Neuerung ist der sogenannte Scene Explorer. Wo man sich in vorherigen Versionen durch verschiedene Menüs hangeln musste oder den Eigenschaftendialog eines Objektes öffnen musste, bietet der Scene Explorer jetzt eine kompakte Übersicht aller wichtigen Objekteigenschaften und erlaubt das Einfrieren oder Verstecken. Damit das Ändern von Eigenschaften nicht zur Klickorgie gerät, lassen sich Objekte über Filter und ihre Eigenschaften (auch Metadaten) suchen und auswählen. Als Krönung des Tools bietet 3ds max die Möglichkeit mehrerer Explorerinstanzen mit unterschiedlichen Zuständen. Im Scene Explorer ausgewählte Objekte werden bei Bedarf nicht in der Szene selbst ausgewählt. Das bewahrt die vorher mühsam zusammengeklickte Objektauswahl vor dem Verlust. Man kann den Scene Explorer auf 2 Arten nutzen. Es gibt die Möglichkeit, ihn als normales Fenster zu öffnen oder über den Objektauswahldialog. Letzterer hat allerdings den Nachteil, dass dann wie bisher nur der Dialog anwählbar ist, das restliche Programmfenster wird inaktiv. Komfortabler ist das normale Fenster, welches den Hintergrund aktivierbar lässt und einfach beiseite zu schieben ist.

Eine weitere Neuerung, die viele Freunde finden dürfte, ist der MAXScript ProEditor. Musste man in den vorherigen Versionen mit einem einfachen Textfenster vorlieb nehmen, gibt es jetzt ein Editorfenster, welches vom Umfang und der Bedienung an Editoren wie UltraEdit erinnert. Neben einer Zeilennummerierung und farblicher Syntaxhervorhebung bietet er ausserdem eine Evaluierungsfunktion für den geschriebenen Code.
 {mospagebreak} Auch beim Modellieren gibt es einiges Neues. So findet man jetzt im Edit Poly - Modifier sowie im Editable Poly eine Funktion namens Preview Selection. Fährt man im SubObject-Mode über Polygone, Edges usw., dann werden diese durch eine Farbe deutlich hervorgehoben. Man sieht dabei quasi vor der Auswahl, was man auswählt. Hält man beim Auswählen die Steuerung-Taste gedrückt, wählt man alle Unterobjekte aus, die man mit der Maus überfährt. Der Preview-Modus lässt sich auch umstellen, wobei nicht nur das jeweils ausgewählte Unterobjekt hervorgehoben wird, sondern alle, die man mit der Maus berührt. Ein Klick auf das jeweilige Unterobjekt wechselt in den benötigen SubObject-Mode und wählt das entsprechende Unterobjekt aus.

Ebenfalls hilfreich sind die Tastaturkürzel zum vorübergehenden Wechsel des Werkzeuges. Hat man beispielsweise das Extrude-Werkzeug ausgewählt und drückt eine Tastenkombination, so kann man kurzzeitig auf das Inset-Werkzeug wechseln, solange man das Tastenkürzel gedrückt hält. Lässt man die Tasten los, befindet man sich wieder im Extrude-Werkzeug. Das umständliche Klicken mit der Maus auf diverse Buttons entfällt damit. Die Tastenkürzel sind natürlich individuell veränderbar. Das Chamfertool bietet ab Version 2008 eine einstellbare Menge von Unterteilungen. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, Unterobjekte wie Punkte oder Polygone anhand ihrer Normalen zu bewegen. Damit fällt es wesentlich leichter, Unterobjekte in mehr als einer Achse beim Modellieren zu bewegen.
Neuigkeiten für den allgemeinen Workflow, besonders im Viewport gibt es ebenfalls. Besonders ins Auge sticht dabei das Review-Werkzeug. Dieses Tool sorgt dafür, dass im Viewport die Schatten der jeweiligen Lichter angezeigt und in Echtzeit aktualisiert werden. Man kann so auf eine sehr angenehme Art und Weise Lichter setzen und den resultierenden Schattenwurf begutachten. Ebenfalls sichtbar werden die Einstellungen des sun/sky-Systems und der mental ray - Architectural and Design - Materialien. Der Live Preview steht in 2 Qualitätsstufen zur Verfügung: Good und Best. Best setzt allerdings eine Grafikkarte mit Pixelshader 3.0 voraus, während für Good Hardware mit Pixelshader 2.0 ausreichend ist.

Überarbeitet wurde auch die Adaptive Degregation - Funktion. Wurden in vorherigen Versionen immer alle Objekte in einfache Quader umgewandelt, kann man nun festlegen, welche Objekte (die kleinsten, die am weitesten entfernten) vereinfacht werden. Damit erreicht man bei der Viewportnavigation eine stets gleichbleibend konstante Framerate. Bei dieser Gelegenheit sollte man auch gleich auf die generelle Verbesserung der Viewportperformance eingehen. Autodesk hat hier mächtig zugelegt. Die Viewports können mit wesentlich mehr Objekten gleichzeitig eine flüssige Performance liefern. Die Objektanzahl kann dabei bis in die Zehntausende reichen.
 {mospagebreak} Auch der Renderer mental ray hat eine neue Funktion spendiert bekommen. Sie nennt sich Photographic Exposure Control und ist eine Belichtungssteuerung, die auf Werten realer Kameras wie zum Beispiel der Verschlusszeit oder Filmempfindlichkeit basiert. Verbesserungen erhielt ausserdem die Ambient Occlusion - Funktion für physikalisch akkuratere Schatten (Schattenfarbe durch nebenstehende Objekte etc.), die Handhabung des Sky Portals für die Beleuchtung von Interiorszenen und die Performance des Lume Glare Shaders. Neuigkeiten finden sich auch im Render to Texture - Werkzeug. Es unterstützt ab dieser Version das DDS Half Float - Dateiformat, bietet die Möglichkeit, Objekte von der Berechnung des Ambient Occlusion - Passes auszuschliessen und speichert nutzerdefinierte Vorlagen ab. Das Renderfenster, der Virtual Frame Buffer, erhielt einen Button, um den Inhalt des Fensters in die Zwischenablage zu kopieren. Neu beim UVW-Unwrap-Modifikator ist die Möglichkeit, mehrere Objekte gleichzeitig zu entfalten, um diesen die gleiche Textur zuweisen zu können. Man kann ab dieser Version Texturkoordinaten von einem Objekt auf ein anderes übertragen, beispielsweise von einem hoch aufgelösten auf ein niedrig aufgelöstes Objekt (und natürlich auch in die andere Richtung). Verwendet man den Projection-Modifikator, kann man nun den Rahmen/Cage als Objekt exportieren sowie Objekte als Rahmen laden. Apropos Modifikator: In der Modifikator-Liste kann man jetzt mit Eingabe mehrerer Buchstaben nach Modifikatoren suchen. In bisherigen Versionen wurde nur der erste Buchstabe zur Suche benutzt.

Weitere kleinere Verbesserungen betreffen den Trackview, die Bipeds und generelle Animationsfunktionen. Im Trackview wird ab jetzt auf die aktuelle Mausposition gezoomt, nur die aktuell gewählten Objekte standardmäßig angezeigt und Controller auch mehreren ausgewählten Objekten zugewiesen. Bei den Bipeds lassen sich einzelne Animationslayer als Biped-Datei speichern und später wieder zusammen mischen. Sehr nützlich auch die Möglichkeit, FK-Ketten an den Biped anzuhängen, um einen Tierschwanz oder Flügel zu simulieren. Ausserdem werden IK-Keys ab jetzt im Trackbar, im Curve Editor und im Dope Sheet farblich hervorgehoben, was den Umgang damit etwas vereinfacht. Einige generelle Verbesserungen betreffen neue Filteroptionen für den Parameter Wiring - Dialog, der nun nur die benötigten Tracks anzeigt, neue Tastaturkürzel für die Navigation in einer Hierarchie und einen verbesserten Point Cache, der den Austausch von Cachedateien zwischen 3ds max und Maya erleichtert.
Überarbeitet und weiterentwickelt wurde ebenfalls die FBX- und DWF-Unterstützung, die Benutzung von XRef-Objekten und der Drag Spacewarp. Die letzte kleine Neuerung betrifft die Farbauswahldialoge, die nun eine Farbpipette beinhalten, mit dem sich von beliebiger Stelle auf dem Bildschirm eine Farbe wählen lässt.
Fazit Autodesk 3ds max 2008 bietet eine Menge an Verbesserungen und Neuerungen, die die Arbeit mit dem Tool vereinfachen. Die Neuerungen und Workflowverbesserungen sind sehr nützlich und willkommen, besonders das Review-Werkzeug weiss zu gefallen. Durch den neuen Scene Explorer hat man jederzeit volle Kontrolle und leichten Zugriff auf alle Objekte. Wichtig ist auch, daß so gut wie alle Plugins aus Version 9 unter 3ds max 2008 laufen. Der Umstieg auf eine neue Version war selten so einfach wie jetzt. Das ein oder andere weitere Feature hätte man sich aber doch noch gewünscht. Geht man von Ken Pimentels Blog auf Autodesks Area aus, dann war 3ds max 2008 jedoch nur der erste Schritt in einer Reihe größerer Veränderungen. Wir sind gespannt.
Autodesk 3ds max 2008 läuft unter Microsoft Windows XP Professional (ab SP2), Windows XP Professional x64 und Vista (32bit und 64bit). Benötigt wird ebenfalls DirectX 9.0c oder 10 und optional OpenGL-Unterstützung. Die 64bit-Versionen benötigen einen Prozessor mit AMD64 oder Intel EM64T, Itaniumprozessoren werden nicht unterstützt.
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