Spacemen - das Tagebuch

Sonntag, den 21. Oktober 2007 um 14:14 Uhr
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Der Blick über den Tellerrand - ein oft bemühtes Klischee, ein ebenso oft vernachlässigter Erfolgsfaktor. Im Rahmen einer mehrteiligen Reportage nimmt euch 3d-worXX mit hinter die Kulissen von "spacemen", einer Amateur-Kurzfilmserie im Science-Fiction Genre.
Wie dreht man so einen Film? Mit welchen Herausforderungen kämpft man bei solch einem Projekt? Und: Wird es ein glückliches Ende geben? Denn gerade im Hobby Bereich scheitert doch so maches Projekt lange vor der Fertigstellung.

Heute, im ersten Teil, stehen uns die Amateur-Regisseure und Produzenten selbst in einem Interview Rede und Antwort: Daniel Scherer, selbständiger Designer und Enno Behrendt, Unternehmensjurist. Bisherige gemeinsame Erfolge: Ein kleiner Preis in einem kleinen Amateur-Filmwettbewerb, Lokalzeitungen, Lokalfernsehen, eine DVD im Fachhandel, Bootlegs in Amerika, Festivals in London und Hamburg.

Cargoneers3D-worXX: Hallo und herzlich willkommmen.

Enno: Hallo.

Daniel: Hallo.

3D-worXX: Erste Frage: Wer von euch ist jetzt eigentlich der Regisseur?

Enno: Beide. Und bevor du weiterfragst: Wir sind auch beide Produzenten. Und Drehbuchschreiber. Und Kameramänner.

Daniel: Und Locationscouts. Und Setbauer. Enno: Wenn man’s genau nimmt, sind wir sogar die bösen Studiobosse.

3D-worXX: Und Schauspieler?

Daniel: Nee, diesmal nicht, hoffentlich.

Enno: Daniel kämpft immer noch mit den schrecklichen Erfahrungen aus unserem ersten Film, da stand er vor der Kamera und musste tun, was ich sage.

Daniel: Hehe.

3D-worXX: So schlimm?

Daniel: Das war schon eine wilde Reise, der erste Film. Das stellt man sich so locker-flockig vor, und dann steht man mitten in der Nacht in Eiseskälte an irgendeiner düsteren Tunnel-Location rum und muss sich zum hundertsten Mal gegen eine Stahltür werfen. Und danach noch drei Stunden weiterdrehen, bevor man noch eine Stunde Ausrüstung schleppen, zwei Stunden Autofahren und am nächsten Morgen wieder in die Arbeit gehen darf. Das eine oder andere Mal stellt man sich da schon die Sinn-Frage.

Enno: Ja, man braucht schon eine Menge Zuversicht. Und Zeit. Wir hatten zwischendurch 15, 20 Leute am Set, die alle irgendwie bei Laune gehalten werden mussten. Bei professionellen Produktionen ist das ein bißchen einfacher, da bezahlt man die Leute. Bei uns sagen die Statisten dann teilweise um halb zwölf nachts: Du sorry, aber ich hab meiner Freundin versprochen, dass ich noch auf die Party komme.

3D-worXX: Und dann?

Enno: Tja, gute Frage. Manchmal kann man einfach nichts anderes machen, als zusammenzupacken und nach Hause zu fahren. Das ist in dem Augenblick dann natürlich sehr bitter, aber wenn man nicht in der Lage ist, sowas als eben nicht änderbar hinzunehmen, dann verliert man ziemlich schnell jede Motivation und Freude.

Daniel: Eben. Das wichtigste ist, dass du dich nicht zu tief in den Frust hineinmanövrierst. Da im richtigen Augenblick zu sagen: Ok, jetzt gibt’s ein Bier und dann schlafen wir mal drüber, dass ist teilweise viel schwerer als es klingt

Nosiin3D-worXX: Aber gerade bei einem Hobby-Projekt ist doch der Druck lange nicht so groß, wie bei professionellen Arbeiten?

Daniel: Ja und nein. Klar, man hat keinen solchen Termindruck, und der Lebensunterhalt der eigenen Familie hängt nicht davon ab. Aber im Job kann man die Arbeiten oft nüchterner angehen. Will der Kunde das Ganze in lila, macht man das Ganze in lila. Bei Hobbyprojekten fehlt diese Distanz, weil man sich immer Sachen aussucht, an denen man selbst hängt. Und irgendwie geht man die Suche nach der richtigen Lösung für ein Problem oder eine Einstellung deutlich verbissener an.

Enno: Man schreibt immer mit Herzblut.

Daniel: Genau.

Enno: Genau.

3D-worXX: Und Euer Herzblut, das steckt in Science-Fiction?

Enno: Im Augenblick ja. Ich bin schon als Kiddie Fan von SciFi-Büchern gewesen, und als ich so im richtigen Alter war, da gab es diese ganzen richtig guten, wahnsinnig dicht gemachten Filme: Alien, Terminator, Bladerunner, das schwarze Loch, the Abyss, Moon44.