Spacemen - das Tagebuch - Seite 2

Sonntag, den 21. Oktober 2007 um 14:14 Uhr
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3D-worxx: Star Wars?

Enno: Hm, die fand ich natürlich auch super, aber wenn ich ganz ehrlich bin, waren die für mich nie so richtig Science-Fiction. Das waren geile Geschichten, aber es war irgendwie immer klar, dass das so im realen Leben niemals passieren würde. Bei den anderen Filmen hab ich mir schon immer vorgestellt, dass das früher oder später mal so sein wird. Klingt vielleicht komisch, ist aber so. Dass die Maschinen die Macht übernehmen und einen Killer zurück in die Vergangenheit schicken, hat mehr mit meiner Welt zu tun als eine riesige Weltraumschnecke, die in einem Asteroiden wohnt.

Daniel: Ist ja eigentlich Fantasy, mit Magie und dunklen Herrschern und so. Das hat auch was, aber ich denke, wir wurden da in unserer unschuldigen Jugend eben mehr von anderen Filmen geprägt. Wir beide haben uns ja nicht völlig zufällig beim Cyberpunk-Rollenspielen kennengelernt.

3D-worXX: Aha. Cyberpunk-Rollenspiel war es also.

Enno: Ja, genauer gesagt hieß das Spiel „Shadowrun“, aber im Endeffekt war es Cyberpunk, also unsere Welt, aber ein paar Jahrzehnte sehr pessimistisch weitergedacht.

3D-worXX: Das war dann auch der Hintergrund für Euren ersten Film?

Daniel: Exakt. Der Verlag, der dieses Rollenspiel herausgibt, schreibt jährlich einen Wettbewerb aus, und da waren wir eben nicht zu halten.

Enno: Und haben selbstverständlich gewonnen ;-)

3D-worXX: Selbstverständlich ;-) Und an diesen Film knüpft ihr jetzt inhaltlich an?

Enno: Nein. „Tor 3“, das war v.a. von der Machart her eine ganz andere Sache. Das war schon eher für Eingeweihte gefilmt, für Cyberpunk-Fans, die sich mit dem Hintergrund auskennen und mal was richtig intensives sehen wollten. Wir sind bewusst sehr weit an die Grenzen von filmischer Gemütlichkeit gegangen, weil wir uns so stark wie möglich vom üblichen FanFilm-Stil abheben wollten. Zum Beispiel verlässt die Kamera nie den Protagonisten, auch auf die Gefahr hin, dass man als Zuschauer eine Menge Sachen nur am Rande mitbekommt. Es gibt auch keine Filmmusik, und die ganze Schauspielerei ist bewusst trocken gehalten.

Daniel: Aber ich glaube, wir schweifen ab.

3D-worXX: Danke. Also, zurück zu „Spacemen“, was habt Ihr da vor?

Daniel: Kurz gesagt eine Serie von 10-Minütern über zwei Typen, die sich mit ihrem Raumschiff im All als „Cargoneers“, also Spediteure durch’s Leben schlagen.

3D-worXX: Klingt gut, und verdächtig nach „Firefly“, oder?

Enno: Soll es auch ruhig. Wir finden Firefly absolut großartig, und es ist echt ein Jammer, das die Serie abgesetzt wurde.

Daniel: Aber wir werden natürlich nicht versuchen, Firefly zu kopieren.

Enno: Wäre ja auch Quatsch. Nein, Firefly hat auch eine Menge Sachen, die für uns einfach nicht umsetzbar wären. So komisch es klingen mag, aber für uns Amateurfilmer stellt ein echtes Pferd ja ein größeres Problem dar als eine Raumstation in einem Doppelsternsystem. Außerdem ist Firefly vom Stil her ja eher an Western angelehnt, viele Szenen spielen auf Planeten, die Schauspieler rennen hauptsächlich in Leder und Leinen rum.