Spacemen - das Tagebuch - Seite 3

Sonntag, den 21. Oktober 2007 um 14:14 Uhr
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3D-worXX: Und bei euch?

Daniel: Wir würden eben gerne den Stil der 80er-Jahre Filme wieder ein bißchen fortführen. Raumschiffe, die aus Öl und Stahl und schweren Maschinen bestehen und Dampfstrahlen ausstoßen, wenn sie irgendwo andocken. Stahlfabriken, Hafendocks, dicke T-Träger, Panzertüren.

Enno: Eine industrialisierte Weltraumfahrt eben, wie in Alien, oder Moon44. Weniger die philosophischen Aspekte, mehr die ganz normalen Alltagssorgen, die ein Weltraumfahrer, der nur einer unter tausenden ist, in so einer Welt eben hat. Aber eben trotzdem im Weltraum ist, mit all den unglaublichen Dingen, die es da zu sehen gibt und die vielleicht so noch niemand gesehen hat. Daniel: Da finde ich die Zeilen von Rutger Hauer am Ende von Bladerunner sehr passend. Dieses „I have seen things, that you will never see usw.“ Da steckt so viel Sehnsucht und auch Fernweh drinn. Ich fänd’s sehr geil wenn unsere Filmchen so ein bischen was von diesem Gefühl vermitteln können, dass man noch vor knapp 150 Jahren mit der Seefahrt verbunden hat.

3D-worXX: Hehe, geratet ihr gerade ein bißchen ins Schwärmen?

Daniel: Klar. (grinst)

Enno: Sonst hätten wir wohl auch ein Problem, uns neben Job und Familie noch mit sowas rumzuschlagen.

3D-worXX: Womit wir wieder beim Herzblut wären. Aber mal zu einem anderen Aspekt: Wie wollt ihr das technisch umsetzen?

Enno: Das wird spannend, keine Frage. Auf der anderen Seite: Mit der Computerpower, die wir Heute zur Verfügung haben, kann man schon gewaltige Sachen anstellen. Wir rendern heute Sachen auf dem Heim-PC, die durchaus an die CG Effekte von Blockbustern wie Terminator 2 heran reichen. Auch die Software ist wesentlich fortschrittlicher. Was es an Tools und Plug-Ins gibt, da lege ich regelmäßig die Ohren an, wenn Daniel und unsere anderen Grafikexperten da das Zaubern anfangen. Grafik ist nicht alles am Film, aber vor einer CG-Szene muss doch heute kein Amateurfilmer mehr Angst haben.
Claw

3D-worXX: Mit welchen Programmen arbeitet ihr denn?

Daniel: Im Bereich Modeling kommen Silo und Cinema 4D zum Einsatz. Für die Texturierung Photoshop und Bodypaint. Die Animation entstehen dann in Cinema 4D. Für das Compositing setzen wir AE und Combustion ein.

Wir bauen außerdem gerade ein Greenscreen-Studio auf, damit wir für das Compositing vor allem so Sachen wie Beleuchtung und Kulisse genau steuern können. Da werden wir hoffentlich auch bald die ersten kompletten Szenen vorführen können.

3D-worXX: Also wird es viel Greenscreen-Szenen geben?

Enno: Sicherlich. Alles andere ist vom Budget her fast nicht zu machen. Und sieht auch schnell komisch aus. Eine Szene aus unserer Welt richtig zu Science-Fiction zu machen, das ist schon verdammt schwer. Für StarWars-Persiflagen kann man natürlich auch einen X-Wing auf dem Marktplatz landen lassen, aber für überzeugende Science-Fiction braucht man schon dichtere Atmosphäre, denken wir.

Daniel: Das wird auch die größte Herausforderung, denke ich. In das Drehbuch und die Schauspieler haben wir beide großes Vertrauen, würde ich sagen. Aber inwiefern uns das gelingt, den Weltraum, die Stationen, die Schiffe und so weiter alles glaubhaft einzubauen, das ist noch ziemlich offen und wohl für uns alle auch noch mit einem riesen Lernprozess verbunden

3D-worXX: Wir dürfen also gespannt sein?

Daniel: Dürft ihr. Wir sind es übrigens auch.

Enno: Filmen heißt ja immer, sich auch ein bisschen selbst zu verzaubern.

3D-worXX: Daniel, Enno, vielen Dank für das Gespräch.

Das nächste mal werden wir uns anschauen, wie das Spacemen Team ein kleines Greenscreen Studio einrichtet und in den folgenden Berichten erfahren wir dann auch mehr zu den CG Effekten.